Meditation - Ein Interview mit Markus Dörn - Burnout selbst behandeln

Meditation – Ein Interview mit Markus Dörn

Ich möchte dir meinen Bekannten Markus aus Österreich von einfachmeditieren.net gern vorstellen. Markus ist ein erfolgreicher Meditationslehrer. 

In diesem Interview beantwortet er mir 4 Fragen, die sich um das Meditieren drehen. Speziell erklärt er 3 wichtige Dinge, die du als Meditationsanfänger beachten kannst, um dir den Start zu erleichtern. 

More...

Markus, warum meditierst du?

Markus sagt: Es gab eine Zeit, wo ich mich ständig gehetzt und getrieben fühlte, ich war innerlich dauernd aufgewühlt, nervös und gestresst. Ich habe mir selbst zu viel zugemutet, ich wollte 1000 Dinge am Tag erledigen, am liebsten auch noch perfekt, und kam einfach nicht mehr zur Ruhe. Es ging dann sogar so weit, dass ich stressbedingte Magenbeschwerden bekam. Das war dann auch der Punkt, wo ich etwas ändern musste. Ich suchte also nach Möglichkeiten, um mich zu entspannen und den Stress loszuwerden. 

Etwa zur gleichen Zeit absolvierte ich ein Praktikum in einem Suchtkrankenhaus. Dort kam ich zum ersten Mal mit dem Autogenen Training in Kontakt. Ich musste als Praktikant eine Gruppe von Süchtigen im Autogenen Training anleiten. Das Autogene Training hat mich vom ersten Moment an fasziniert und ich mache es heute noch gerne. Daneben habe ich noch unzählige andere Methoden ausprobiert, bin aber schlussendlich bei der Meditation hängen geblieben. Mittlerweile meditiere ich seit ca. 7 Jahren und habe in dieser Zeit auch eine Ausbildung zum Meditationslehrer absolviert.

Und was gefällt dir daran ganz besonders?

Markus: Was mir an der Meditation besonders gefällt, ist die Vielfalt und Flexibilität. Es gibt nicht nur eine fixe Übung, sondern Dutzende verschiedene Techniken und Variationen, sodass für jeden Geschmack das Passende dabei sein sollte und es nicht so schnell langweilig wird. So gibt es beispielsweise Meditationen mit Bewegung, Atemübungen, Achtsamkeitsmeditationen, angeleitete Meditationen mit Musik usw. 

Jede Meditation ist eine neue Erfahrung für sich und verläuft anders, du musst dich nur darauf einlassen. Wenn du das machst, kannst du die Meditation ganz an die eigenen Bedürfnisse anpassen, was die Körperhaltung, die Technik oder die Dauer betrifft. Atemübungen sind z. B. auch sehr gut für unterwegs oder das Büro geeignet. Es ist alles erlaubt, was funktioniert und sich gut anfühlt.  

Die Wirkungen der Meditation sind dabei sehr vielfältig, sie wirkt nicht nur entspannend, sondern stärkt auch das Immunsystem, lindert Schmerzen, reduziert Stress usw. Durch die Meditation konnte ich meine Magenbeschwerden fast komplett loswerden. Außerdem wurden meine Gedanken mit der Zeit ruhiger und ich wurde allgemein gelassener und zufriedener. Ich genieße diese kleine Auszeit vom Alltag sehr und möchte nicht mehr darauf verzichten. 

Was empfiehlst du einem Meditationsanfänger?

Markus: Zum Einstieg empfehle ich eine kleine Atemübung. Du nimmst dabei eine angenehme Körperhaltung ein und beobachtest einfach den Atemfluss. Du spürst, wie der Atem über die Nasenflügel einströmt und wieder ausströmt. Sobald ein Gedanke auftaucht, kehrst du mit deiner Aufmerksamkeit wieder zum Atem zurück. 

Am Anfang kann es auch hilfreich sein die Atemzüge zusätzlich zu zählen. Denn wenn du dich bewusst auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrierst, nämlich den Atemfluss und das Zählen, wirst du nicht mehr so leicht abgelenkt. 5 Minuten genügen bereits. Wichtig ist nur, dass du regelmäßig, am besten täglich meditierst.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von angeleiteten Meditationen, wie Traumreisen. Hier kannst du dich ganz auf den gesprochenen Text einlassen, was meist eine tiefere Entspannung ermöglicht. 

Generell gilt: Weniger ist mehr. Konzentriere dich zuerst auf eine kleine und einfache Übung, sodass du motiviert bleibst und der Spaß nicht gleich verloren geht. 

Welche 3 Dinge empfindest du beim Meditieren als besonders wichtig?

Markus:

  1. Die Erwartungshaltung: Es klingt vielleicht komisch, aber die Meditation wirkt dann am besten, wenn man am wenigsten davon erwartet. Denn sobald du mit der Meditation eine gewisse Erwartungshaltung verbindest, setzt du dich unterbewusst unter Druck, was nicht dem Sinn der Meditation entspricht und eher kontraproduktiv wirkt. Sieh jede Meditation als deine erste Meditation an und begegne ihr mit Achtsamkeit, Neugier und Interesse.
  1. Probiere verschiedene Methoden aus: Wie ich bereits weiter oben beschrieben habe, gibt es viele verschiedene Meditationstechniken und Übungsvariationen. Teste möglichst viele davon und bleibe dann bei der Meditation, die dich am meisten anspricht. Das Gleiche gilt auch für die Körperhaltung. Wenn die Motivation einmal verloren geht oder du etwas Neues ausprobieren möchtest, kannst du wieder zu einer anderen Technik wechseln.
  2. Übe regelmäßig: Die Wirkungen der Meditation entfalten sich nicht von heute auf morgen, Veränderung braucht Zeit. Es ist besser, du meditierst kürzer, dafür jeden Tag, als länger und unregelmäßig. Körper und Geist stellen sich mit der Zeit auf diese Routine ein. Trotzdem solltest du dich nicht zu sehr unter Druck setzen. Bei der Meditation geht es auch darum, achtsam und liebevoll mit sich selbst umzugehen. Verurteile dich also nicht, wenn du es einmal versäumst zu meditieren.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Meditieren und angenehme Entspannungsmomente für dich,

Deine Kerstin

Click Here to Leave a Comment Below